Digitale Katastralmappe

Drucken
Artikel teilen

Die (Digitale) Katastralmappe wird als Teil des Grenzkatasters geführt und beinhaltet die Darstellung aller Grundstücke einer Katastralgemeinde, die Grundstücksnummern und Hinweise auf die Nutzung (Wald, Landwirtschaftlich genutzt, Baufläche, Verkehrsfläche etc.).

Mit der Führung des Grenzkatasters und damit auch der (Digitalen) Katastralmappe ist das Bundesamt für Eich und Vermessungswesen (BEV) mit den nachgeordneten Vermessungsämtern befasst. Auszüge daraus sind gegen Gebühr (ab € 14, Stand Jänner 2004) bei den Vermessungsämtern und den Ingenieurkonsulenten für Vermessungswesen sowohl als Planausschnitt wie auch in digitaler Form zu erhalten.

Hinweis

Wenn auch mit modernen CAD-Systemen aus der Digitalen Katastralmappe Abstandsmaße und Koordinaten in cm-Größenordnung „gemessen“ werden können, so ist dies nur bei Grundstücken, die in den Grenzkataster einverleibt sind, sachlich gerechtfertigt. In allen übrigen Fällen wäre eine solche Vorgangsweise technisch und rechtlich grob falsch und kann zu unrichtigen Ergebnissen mit kritischen Haftungsproblemen für den Nutzer führen.

Die Digitalen Katastralmappe, deren Erstellung 1989 begann, stellt die modernste Planform dar, die auch über Internet abgerufen werden kann. In dieses digitale Planwerk sind die vorhandenen Pläne des Grenzkatasters, des Grundsteuerkatasters und die zuvor gültige Katastralmappe eingearbeitet; es liegt ihr jedoch keine Neuvermessung zugrunde. Ebenso wie die frühere analoge Katastralmappe in Papierform dient sie nur der Veranschaulichung der gegenseitigen Lage der Grundstücke.

Nur für jene Grundstücke, deren Grenzen nach den Formvorschriften des Vermessungsgesetzes 1968 festgelegt, vermessen und in den Grenzkataster einverleibt sind, genießt die koordinative Dokumentation der Grenzen in der Katastralmappe (Papiergrenze) denselben Vertrauensschutz wie das Grundbuch. Ob ein Grundstück in den Grenzkataster einverleibt ist, erkennt man am Indikator „G“ im Grundbuchsauszug / Auszug aus der Grundstücksdatenbank bzw. auch an der Grundstücksbezeichnung in der 
Bei den übrigen, etwa 88% aller österreichischen Grundstücke des Grundsteuerkatasters macht die Katastralmappe keinen Beweis über die tatsächliche Grenzsituation. Für diese Grundstücke ist grundsätzlich der letzte ruhige Besitzstand (Grenzzeichen, Mauern, bestehende Zäune, Ackerraine, Waldgrenzen etc.) maßgeblich, wie er sich aus geeigneten Urkundenplänen, aus Luftbildern oder aus der Natursituation ergibt. Nur in Ausnahmefällen wird der Vermessungsbefugte auch die Katastralmappe des Grundsteuerkatasters als Hilfsmittel zur Grenzfindung heranziehen.

Die Aktualität der Katastralmappe hängt grundsätzlich von den betroffenen Grundeigentümern und den zuständigen Baubehörden ab: Gemäß § 44 VermG sind Eigentümer und Behörden verpflichtet, Änderungen an den Grundstücksgrenzen bzw. hinsichtlich der Benützungsarten den Vermessungsämtern bekannt zu geben und entsprechende Planunterlagen (insbesondere auch über Neu- und Zubauten von Gebäuden) zu übermitteln. Da in der Praxis diesem Gesetzesauftrag nur sehr lückenhaft nachgekommen wird, entspricht die Darstellung der Katastralmappe leider oftmals nicht den tatsächlichen Verhältnissen.

Drucken
Artikel teilen
NACH OBEN
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.