31.3.2017

Gefahrenzonenplan

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Gefahrenzonenplänen dienen der Dokumentation aller durch Überflutungen, Vermurungen, Rutschungen, sowie durch Wildbäche, Felsstürze und Lawinen gefährdeten Gebiete. Verantwortlich für ihre Erstellung sind einerseits die Bundeswasserbauverwaltung, andererseits der Forsttechnische Dienst für Wildbach und Lawinenverbauung des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft. Die Pläne samt Unterlagen liegen bei der jeweiligen Gemeinde zur Einsichtnahme auf. Die ermittelten Gefährdungsbereiche müssen auch in den Flächenwidmungsplänen ausgewiesen werden.

In der Plandarstellung wird der potentielle Gefährdungsbereich hinsichtlich Art und Ausmaßes möglicher Schadenseinwirkungen in zwei Zonen eingeteilt:

Die Rote Zone umfasst jene Flächen, die durch voraussichtliche Schadenseinwirkungen derart stark gefährdet sind, dass ihre ständige Benützung für Siedlungs- und Verkehrszwecke überhaupt nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich ist. Bei ortsüblicher Bauweise wäre mit Zerstörungen oder schwerer Beschädigung von Gebäuden und Verkehrsanlagen zu rechnen; vor allem ist auch das Leben von Personen im Freien ebenso wie in Gebäuden bedroht.
In Bereichen der Gelben Zone ist die Beschädigung von Bauobjekten möglich, jedoch sind bei entsprechender Bauweise Gebäudezerstörungen nicht zu erwarten. Gefahr für Menschenleben ist in Gebäuden unwahrscheinlich, im Freien aber in unterschiedlichem Ausmaß nicht auszuschließen.

Beispiel eines Gefahrenzonenplans © Arbeiterkammer, Arbeiterkammer

© Arbeiterkammer, Arbeiterkammer

In Gebieten größerer Bäche und Flüsse ist für die Abgrenzung zwischen gelber und roter Zone vor allem die Wassertiefe und Fließgeschwindigkeit maßgeblich; Untersuchungsgrundlage stellen Hochwässer mit einer 100-jährigen Eintrittswahrscheinlichkeit (HQ 100), bei Wildbächen einer mit 150 Jahren (HQ 150) dar.  

Beispiel einer Abflussstudie © Arbeiterkammer, Arbeiterkammer

Mit Abflussstudien wird in einigen Bundesländern dem dringenden Bedürfnis nach aktuellen Hochwasseruntersuchungen Rechnung getragen. In diesen Plänen werden die Ergebnisse hydraulischer Überflutungsberechnungen dargestellt; sie stellen rechtlich eine Vorstufe zu Gefahrenzonenplänen dar, sind ihnen faktisch jedoch gleichwertig und werden dementsprechend auch in der Flächenwidmung berücksichtigt.

Hinweis

Weil neue Gefahrenzonenpläne oder Abflussstudien nicht sofort, sondern erst bei der nächsten Änderung in den Flächenwidmungsplan eingetragen werden, empfiehlt sich eine diesbezügliche Rückfrage im Gemeindeamt vor einer Bau- oder Kaufentscheidung. Sollte für eine Gemeinde oder Teile davon kein Gefahrenzonenplan vorliegen, darf daraus keinesfalls geschlossen werden, dass keine Gefährdung existiert; vielmehr liegt für dieses Gebiet noch kein Untersuchungsergebnis vor.

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