Kataster

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Was sind Kataster?

Der Kataster stellt neben dem Grundbuch die 2. Säule des österreichischen Systems der Eigentumssicherung an Grund und Boden dar; in der Katastralmappe ist die Lage der Grundstücke veranschaulicht, für die im Grundbuch Eigentümer und Belastungen geführt werden.

Nur für jene etwa 12% aller österreichischen Grundstücke, die in den Grenzkataster einverleibt sind, ist der Grenzverlauf rechtsverbindlich dokumentiert. In allen übrigen Fällen macht der Kataster keinen Beweis über den tatsächlichen Grenzverlauf und auch nicht über das Flächenausmaß der Grundstücke.

Ob ein Grundstück bereits in den Grenzkataster einverleibt ist, und über welche Qualität die Grundstücksfläche verfügt, kann neben anderen grundstücksbezogenen Daten dem Auszug aus der Grundstücksdatenbank entnommen werden. Diese Auszüge sowie Planauszüge aus der Katastralmappe erhalten Sie gegen Gebühr beim Vermessungsamt oder bei Ingenieurkonsulenten für Vermessungswesen (Zivilgeometer).


Wie es zum Kataster kam

Die Geschichte des heutigen Katasters beginnt im Jahr 1817, als die Vermessung der österreichisch – ungarischen Monarchie gesetzlich verfügt wurde, um die Vorschreibung der Grundsteuer auf eine gerechte Basis zu stellen.

Dieser Grundsteuerkataster musste den steuerlichen Anforderungen entsprechen, er war jedoch niemals zum verbindlichen Nachweis der  Grundstücksgrenzen bestimmt. Auch nachfolgende Vermessungen im Zusammenhang mit der Aufteilung von Grundstücken dienten in erster Linie der Aktualisierung steuerlicher Grundlagen. Daher sind die Angaben des Grundsteuerkatasters über Grenzen und Flächen dem Vertrauensschutz entzogen; von der ursprünglichen Vermessung abgeleitet, dokumentieren sie ohne Beweiskraft bloß Form und Ausmaße der Grundstücke, wie sie als Grundlage für die Grundsteuer gelten.

Um dem Bedürfnis der Gesellschaft nach einem verbindlichen Grenznachweis zu entsprechen, hat der Gesetzgeber im Vermessungsgesetz 1968 den Grenzkataster eingeführt und gleichzeitig die notwendigen Formvorschriften verfügt, die bei der Einverleibung von Grundstücken in den Grenzkataster zwingend einzuhalten sind. Nur wenn alle betroffenen Anrainer dem Verlauf der Grenzen vor Ort zugestimmt haben, die Grenzpunkte im exakten Bezug  zum Landeskoordinatensystems vermessen und in einer öffentlichen Urkunde dokumentiert sind, können sie denselben Vertrauensschutz, wie Eintragungen im Grundbuch genießen. Nur für jene rund 12% aller Grundstücke, die bereits in den Grenzkataster einverleibt sind, gelten Grenzen und Flächen als gesichert. Darüber hinaus ist auch jeglicher Ersitzungsanspruch von Grundstücksteilen für alle Zukunft ausgeschlossen.

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