Dachbodenausbau

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Ein Teil der Verwertungsstrategie in Althäusern besteht darin, dass Dachböden ausgebaut und verkauft werden. Käufer derartiger Wohnungen berichten immer wieder, dass minderwertige Materialien verwendet bzw unqualifizierte (Schwarz-) Arbeiter beschäftigt werden und die Wohnungen mangelhaft sind (zB im Sommer extrem heiß).

TIPP

Interessieren Sie sich für einen Dachgeschoßausbau im Altbaueigentum, sollten Sie einen Bauexperten beiziehen, der die sachgerechte Ausführung nach dem jeweiligen Stand der Technik überwacht bzw prüft.

Für die anderen Eigentümer (und Mieter) im Haus sind Dachbodenausbauten mit Beeinträchtigungen, oft mit Bauschäden, verbunden.  

Besonders fatal kann es sich erweisen, wenn ein Althausverwerter den Rohdachboden verkauft, ohne vom Erwerber des Dachbodens entsprechende Sicherheiten zu verlangen.

Beispiel

Herr M erwarb vom Verkäufer und Wohnungseigentumsorganisator V 73/1711 Anteile an einer Wiener Liegenschaft, mit diesen Anteilen ist verbunden Wohnungseigentum an Top 9. Weiters wurden von V 309/1711 Anteile an die Firma C verkauft. Sie wollte den Dachboden ausbauen und drei Wohnungen errichten. C riss entgegen der Baubewilligung die Dachkonstruktion ab und errichtete eine Stahlkonstruktion, worauf die Baupolizei einen Baustopp verfügte. Durch anhaltenden Regen trat Wasser in die Wohnungen im obersten Stock ein. Die Baupolizei ließ wegen Gefahr in Verzug ein Notdach errichten, dessen Kosten (etwa € 50.000,-) den Miteigentümern vorgeschrieben wurden. Da diese nicht bezahlten, wurde auf den Anteilen der Miteigentümer, auch auf den von Herrn M, ein Pfandrecht zwangsweise begründet. Die Firma C ließ nichts mehr von sich hören, sie befindet sich angeblich im Konkurs. Ihre 309/1711 Anteile sind überschuldet, die Einleitung des Versteigerungsverfahrens ist angemerkt. Selbst wenn die Stadt Wien die Kosten der Notmaßnahme aus einer eventuellen Verwertung der Anteile der Firma C ersetzt erhält, so sind die übrigen Miteigentümer durch das Verhalten der Firma C wegen der Verfahrenskosten und wegen der Kosten der Wiederinstandsetzung des Daches finanziell geschädigt, ohne dass man sich am Verursacher schadlos halten kann. Der Miteigentümer M muss also dafür gerade stehen, dass der Wohnungseigentumsorganisator V es verabsäumt hatte, die den Dachboden erwerbende Firma zu verpflichten, eine entsprechende Bankgarantie und eine Bauschadensversicherung zugunsten der anderen Miteigentümer vorzulegen.


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