Die Eigentümerpartnerschaft

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Eigentlich kann nur eine (natürliche oder juristische) Person Wohnungseigentümer eines Wohnungseigentumsobjektes sein. Eine Ausnahme gibt es jedoch: die so genannte Eigentümerpartnerschaft. Dabei können zwei beliebige natürliche Personen gemeinsam Wohnungseigentümer eines Wohnungseigentumsobjektes sein.  

Wer darf gemeinsam eine Eigentümerpartnerschaft begründen?

Eine solche Eigentümerpartnerschaft im Sinne des WEG kann nur aus zwei (und nicht aus drei oder mehr) Personen bestehen. Die beiden Personen können Ehegatten sein, (gleich- oder verschiedengeschlechtliche) Lebensgefährten, Geschwister oder Personen, die nicht miteinander verwandt sind. Die Eigentümerpartnerschaft besteht also in keinem zwingenden Zusammenhang mit einer Ehe oder einem Verwandtschaftsverhältnis. Die beiden Partner müssen auch nicht gemeinsam wohnen.  

Wem gehört welcher Anteil?

Eine Eigentümerpartnerschaft ist nur in der Form möglich, dass jeder der beiden Partner jeweils Hälfteeigentümer des Anteils ist.

Beispiel

In einem Mehrparteienhaus besitzt Herr Meier die Eigentumswohnung Top 7. Damit ist er zu 100/2460 Anteilen Miteigentümer einer Liegenschaft, das heißt eines ganzen Hauses.

Er möchte die Wohnung seinem Sohn und dessen Lebensgefährtin schenken. Sohn und Lebensgefährtin erhalten jeweils 50/2460 Anteile, also jeweils die Hälfte der Anteile von Herrn Meier senior. Gemeinsam werden sie in Eigentümerpartnerschaft Wohnungseigentümer von Top 7. Sie werden mit ihren Hälfteanteilen ins Grundbuch eingetragen und bei beiden Anteilen wird angemerkt, dass sie im Wege einer Eigentümerpartnerschaft verbunden sind.

Es ist aber rechtlich nicht möglich, dass Herr Meier seinem Sohn 80% der Wohnung (80/2460 Anteile der Liegenschaft) und dessen Lebensgefährtin nur 20% der Wohnung (20/2460 Anteile der Liegenschaft) schenkt.

Wie wird eine Eigentümerpartnerschaft begründet?

Die Eigentümerpartnerschaft entsteht allein dadurch, dass zwei natürliche Personen gemeinsam ein Wohnungseigentumsobjekt erwerben oder dass ein Wohnungseigentümer einer anderen natürlichen Person den halben Anteil an seinem Objekt überträgt. Die beiden Partner müssen sich also nur darauf einigen, dass sie gemeinsames Wohnungseigentum begründen wollen.  

Der Abschluss weitergehender Vereinbarungen zwischen den beiden Partnern ist nicht erforderlich. Sie müssen nicht zwingend einen Vertrag darüber schließen, ob und wie sie gemeinschaftlich die Wohnung (selbst) benützen, wie sie die Kosten untereinander aufteilen usw.  

Gemeinsames Handeln

Eine Eigentümerpartnerschaft kann nur mit einer gemeinsamen Stimme sprechen. Wenn also z.B. die verschiedenen Wohnungseigentümer eines Hauses (die „Eigentümergemeinschaft“) über Fragen der Verwaltung entscheiden müssen und eine Abstimmung stattfindet, muss eine Eigentümerpartnerschaft einvernehmlich vorgehen. Geben sie widersprechende Erklärungen ab, zählt ihre Stimme nicht. Natürlich ist es möglich, dass der eine Partner den anderen ermächtigt, für ihn zu sprechen und abzustimmen. Dazu ist allerdings eine schriftliche Spezialvollmacht erforderlich.  

Gemeinsames Haften

Genauso haften die beiden Partner „zur ungeteilten Hand“ für Verbindlichkeiten aus ihrem gemeinsamen Wohnungseigentum. Jeder haftet also gegenüber der Eigentümergemeinschaft für die Betriebskosten und die anderen laufenden Kosten voll. Auch wenn sich die beiden Partner untereinander ausgemacht haben, dass jeder die Hälfte der Bewirtschaftungskosten trägt, kann die Eigentümergemeinschaft beide voll in Anspruch nehmen.  

Die beiden Partner können über das gemeinsame Wohnungseigentum auch nur gemeinsam verfügen, es also nur einvernehmlich belasten oder verkaufen. Es kann auch keiner dem anderen einfach einen neuen Partner aufzwingen, indem er einem Dritten seinen Hälfteanteil überträgt.

Beispiel

Die Brüder Franz und Hubert haben gemeinsam eine Eigentumswohnung gekauft und sind dabei eine Eigentümerpartnerschaft eingegangen. Nach vier Monaten ist Franz in Geldschwierigkeiten und möchte seine Hälfte seinem Arbeitskollegen Kurt verkaufen. Ohne ausdrückliche Zustimmung von Hubert ist das nicht möglich.

TIPP

Die Abwicklung der laufenden Angelegenheiten hinsichtlich der gemeinsamen Wohnung kann in Eigentümerpartnerschaften durchaus schwierig und konfliktreich sein. Wir empfehlen daher, schon bei der Begründung des gemeinsamen Eigentums vorsorglich vertragliche Vereinbarungen zur Kostenaufteilung, zur Nutzung und zur allfälligen Auflösung der Partnerschaft zu treffen.


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